Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, der Dachorganisation aller Natur- und Umweltschutzverbände in Deutschland, Hubert Weinzierl, erklärte die Suche danach als die wichtigste Aufgabe im deutschen und europäischen Natur- und Umweltschutz für die nächsten 20 Jahre.

In den letzten hundert Jahren gab es dazu unzählige Versuche, von denen so gut wie keiner langfristig erfolgreich war. Diese Aufgabe ist auch wegen ihrer Komplexität in der kurzen Lebensspanne eines Menschen unlösbar. In Amalienruh gehen wir deshalb einen anderen Weg: Wir orientieren uns an einer  Lebensform die über Jahrtausende nachweislich auch in sehr schwierigen Zeiten funktioniert hat: der Gutskultur:
 

Schon Aristoteles hat Wirtschafts- und Verwaltungsgrundsätze für Gutsleute verfasst und die Ursprünge dieser Kultur reichen bis in atlantische Zeit zurück.

Auf einem kleinen Bauernhof in Familienbesitz ist die Arbeit nie zu schaffen. Ganz besonders gilt das für biologisch bewirtschaftete Höfe, wo wenig Technik und Chemie einsetzbar sind.
Ein Gutshof ist eine Schicksalsgemeinschaft von mehreren Großfamilien, die sich selbst in feindlicher Umgebung durchsetzen und behaupten können. Gutshöfe waren zudem immer groß, weitgehend autark und somit weniger auf ihre Umgebung angewiesen. Nicht zuletzt haben die einzelnen Menschen auf einem Gutshof ganz andere wirtschaftliche und kulturelle Möglichkeiten als auf einem kleinen Einzelhof in einem Dorf.

Ursprünglich waren Gutshöfe kein Privateigentum, sondern Königslehen oder Familieneigentum ritterschaftlich organisierter Häuser. Der jeweilige Gutsbesitzer war gegenüber der Großfamilie, seiner Ritterschaft (als genossenschaftlicher Standesorganisation), dem regierenden Landesfürsten und Gott persönlich für alles verantwortlich, was sich innerhalb der Grenzen seines Rittergutes abspielte. Er hatte für das Wohlergehen jedes einzelnen Menschen, jedes Tieres und jeder Pflanze dort zu sorgen.
Auf großen Gütern waren die Einzelhöfe, Vorwerke oder Wirtschaftszweige auf verschiedene Familien aufgeteilt, die unter dem Dach des Ganzen selbstverantwortlich handeln konnten.
Ziel war es immer, jedem Bewohner eines Hofes nach Maßgabe seiner Fähigkeiten optimale Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Durch all dies wurden höchste kulturelle Leistungen möglich.

Die Gutskultur ist Jahrtausende alt, sie hat sich besonders in schweren Zeiten bewährt und sich allen anderen Lebensformen auf Dauer überlegen gezeigt. In guten Zeiten hat sie höchste Kulturleistungen ermöglicht. Wie die Änderung des deutschen Stiftungsrechtes in Richtung der alten Personen- und Familienstiftungen zeigt, ist sie höchst aktuell. Nur so kann der Staat es erreichen, dass Bürger wieder Aufgaben übernehmen, die er aus Geldmangel nicht mehr erfüllen kann.