Wir vergessen oft, dass Kinder Naturwesen sind. Um glücklich leben zu können, brauchen sie eine natürliche Umgebung und zwar eine wo sie dazu gehören, die sie verstehen und die sie auch benutzen dürfen. Im Gegensatz zur extrem arbeitsteiligen normalen Welt, sind die Vorgänge auf Amalienruh auch für Kinder verständlich und deswegen helfen sie gerne mit. Das Gefühl gebraucht zu werden, ist Kindern sehr wichtig.

Sie versorgen die Tiere, helfen beim Anspannen, lernen Feuer zu machen, melken, Käse herzustellen und vieles andere. Sie können im Wald Hütten bauen, Radtouren machen, Angeln, Bogenschießen, Tennis spielen und natürlich reiten und Ponykutsche fahren. Bei schlechtem Wetter sind die riesigen Heuböden beliebte Spielplätze oder unsere Werkstätten, wo sie Holz, Nägel und Schrauben zur freien Verfügung haben und sogar Drechseln und Schmieden lernen können.

Den Kindern steht auch der dreihundert Jahre alte Federballplatz zur Verfügung, auf dem schon die Meininger Prinzessinnen gespielt haben.

Ihre Kinder werden sich den Hofkindern anschließen und bald ihre Lieblingstiere haben: Ponys, junge Katzen, Hunde, die vielen Stallhasen und die Meerschweinchen, aber auch unsere Ziegen und für viele Kinder ist es ein großes Vergnügen, jeden Tag die Eier zu suchen oder den jungen Enten bei ihren Schwimmversuchen zuzusehen. Kinder fasziniert auch Technik und sie wollen sie verstehen. Sie helfen gerne bei der Reparatur von Landmaschinen und Pferdekutschen, dürfen auf den Traktoren mitfahren und, wenn sie älter sind, auch lernen, wie man einen Bagger bedient.

Ein besonderer Höhepunkt ist immer ein Besuch im Dampflokwerk in Meiningen, wo immer noch Dampflokomotiven gewartet und sogar komplett neu aufgebaut werden können. Nach dem Besuch wird dann meist unsere kleine Dampfmaschine in Gang gebracht.

Es gibt jede Menge Bäume zum Klettern, sogar kleinere Felsen, leer stehende Gebäude werden erkundet und „Lager“ im Wald gebaut. Kinder baden auch gerne in Teichen, fangen Frösche und beobachten Libellen. Außerdem sind die Nächte nicht zu vergessen. Normalerweise schlafen die Kinder nach den anstrengenden Tagen zwar wie Steine, aber nicht immer. Da ist zum einen das nächtliche Froschkonzert und dann die Eulen, nachts ist Amalienruh das reine Eulenparadies. Faszinierend sind die Glühwürmchen im Park und die vielen Fledermäuse. Die Kinder werden sicher auch mal auf dem Heuboden schlafen wollen, oder den Sternhimmel erkunden, wofür ihnen ein Spiegelteleskop zur Verfügung steht.

Es gibt jede Menge Bäume zum Klettern, sogar kleinere Felsen, leer stehende Gebäude werden erkundet und „Lager“ im Wald gebaut. Kinder baden auch gerne in Teichen, fangen Frösche und beobachten Libellen. Außerdem sind die Nächte nicht zu vergessen. Normalerweise schlafen die Kinder nach den anstrengenden Tagen zwar wie Steine, aber nicht immer. Da ist zum einen das nächtliche Froschkonzert und dann die Eulen, nachts ist Amalienruh das reine Eulenparadies. Faszinierend sind die Glühwürmchen im Park und die vielen Fledermäuse. Die Kinder werden sicher auch mal auf dem Heuboden schlafen wollen, oder den Sternhimmel erkunden, wofür ihnen ein Spiegelteleskop zur Verfügung steht.

Es gibt in Deutschland nur wenige Stellen, mit einer so vielfältigen Botanik wie hier. Unsere Kinder kennen Dutzende von Heilpflanzen und deren Anwendung. Das lernen sie schon im Vorschulalter und damit können sie sich dann selbst helfen. Sie kennen die besten Walderdbeerstellen, wissen wie man Birkensaft erntet und kennen die essbaren Pilze. Im Frühjahr betätigen sie sich als Gärtner. Selbstversorgerhauswirtschaft interessiert Kinde meist auch: Apfelsaft pressen, Eis selbst herstellen aus gesammelten Früchten, Melken und Käse herstellen, Getreide mahlen und Brot backen, Fische fangen und räuchern. Hier muss auch einmal den mehr als sechshundert Obstbäumen und dem vielen Beerenobst gedacht werden. Irgendwelches Obst ist hier von Mai bis in den November immer reif. Das wird aber noch übertroffen von der Honigernte. Da nehmen Kinder sogar stechlustige Bienen in Kauf.

Auf Amalienruh spielt die Denkmalspflege eine große Rolle und somit das Handwerk. Da können die Kinder gerne zusehen und sind nicht unerwünscht, wie auf modernen Baustellen. Wir pflegen noch alte Handwerkstechniken wie Bleiverglasung, Mauern mit Natursteinen und Lehmbau. Unter fachkundiger Anleitung können sie Spinnen und Weben lernen. Kleinere Kinder finden in ihren Zimmern nicht nur ihr Bett, sondern auch Kuscheltiere und Spielsachen.Da es keinen Verkehr gibt und auch keine Grenzen zu Nachbarn, gibt es keine Beschränkungen für Kinderspiele im Freien und Geländespiele. Sogar Fuchsjagden mit Pferden und Ponys können wir hier abhalten.

Manche landwirtschaftlichen Arbeiten werden bei uns noch mit Pferden gemacht. Die Kinder helfen vielleicht beim Heu laden und einfahren, beim Eggen des Getreides, beim Absammeln von Steinen, beim Holz holen aus dem Wald oder beim Kartoffel- oder Nüssesammeln. Auch bei der Ausbildung von Jungpferden können sie nützlich sein. Und das wollen sie. Für Kinder ist es ungeheuer wichtig, gebraucht und ernst genommen zu werden, wichtig zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Dadurch entsteht Selbstwertgefühl und das war früher den Gutsleuten wichtiger als alles andere in der Erziehung. Dazu gibt es nichts besseres, als Mithelfen und Reiten. Und deshalb gehen wir mit Kindern manchmal auch in die Luft, unter die Erde und ins Wasser: Es gibt in der Nähe, auf der Wasserkuppe, den berühmtesten Segelflugplatz Deutschlands, in Meiningen erkunden wir die größte Spalthöhle Europas und die obere Werra ist mit ihren grandiosen Felswänden und der unberührten Natur der ideale Fluss für Kanutouren. Auch Fahrten mit dem Heißluftballon haben wir manchmal auf dem Programm.

Wenn Kinder Schulprobleme haben, kann ihnen auch da geholfen werden und sie bekommen jeden Tag einige Stunden professionellen Förderunterricht. Grundsätzlich halten wir es für besser, sich bei der Erziehung zurück zu halten. Es ist besser, die Natur erziehen zu lassen, denn dann ergibt sich vieles ganz von selbst. Dazu muss man sie aber auch an die Kinder heranlassen und darf sie nicht unter eine Käseglocke von Überfürsorge stellen. Dazu gibt es nichts besseres, als der Umgang mit Tieren und den lernen sie von uns: Verständigung mit Tieren ohne Worte, durch Körpersprache. Im normalen Leben können die Kinder selten die Folgen ihres Verhaltens erkennen. Auch dazu gibt es nichts besseres als das Spiegeltier Pferd und einen weitgehend autarken Gutshof.

Gewöhnlich ist immer alles vorhanden, egal wie gut eine Arbeit gemacht wird oder ob überhaupt. Wenn es aber keine Milch gibt, wenn die Kuh weggelaufen ist oder keine Eier da sind, weil die Hühner kein Wasser hatten oder das Brot ein Stein ist, weil der Teig nicht ordentlich geknetet wurde, sieht die Sache anders aus. Selbst die meisten Erwachsenen sind heute nicht mehr in der Lage, ohne ständige Versorgung von außen zu überleben.

Kinder haben ein natürliches Interesse daran, sich die Grundbedürfnisse des Lebens selbst zu beschaffen und sind gewöhnlich mit Feuereifer dabei, wenn man ihnen Gelegenheit dazu gibt. Diese Urinstinkte führen zu erstaunlichen Reaktionen: Mögen sie auch normalerweise wenig Lust zur Mithilfe im Haushalt haben – wenn sie am offenen Feuer selbst ihr Essen zubereiten müssen, tun sie das mit Begeisterung und Ausdauer. Sie haben ein enormes Durchhaltevermögen auf langen Wanderungen und Ritten. Sie haben eine erstaunliche Fähigkeit, sich handwerkliche Fertigkeiten anzueignen, wenn ältere ihnen diese vormachen. Kinder wollen lernen und können das fast mühelos, wenn sie Sinn und Zweck einsehen und die Notwendigkeit empfinden. Sie wollen aber selbst bestimmen, wann sie was lernen. Es muss Bezug zu ihrem gegenwärtigen Leben und dessen Anforderungen haben. Nur weil irgendwas gerade zusammenhanglos auf einem Lehrplan steht, lernt kein Kind freiwillig. Und übrigens durchschauen Kinder es schnell, wenn man mit ihnen eine Show abziehen will, die nicht echt ist.

Ferien auf Amalienruh

Ferien auf Amalienruh In unserem normalen Leben ist vieles von dem verloren gegangen, was sich zwar nicht in Geld messen lässt, aber am Grad unserer Zufriedenheit und unseres Wohlbefindens abzulesen ist. Viele Veränderungen unserer Lebensweise in den letzten hundert Jahren geschahen zu schnell und zu unüberlegt im Hinblick auf ihre Konsequenzen. Ein indianischer Freund meinte einmal: „Ihr müsst zurück zur Zukunft.“ Darum geht es uns hier.

Amalienruh ist dafür ein guter Platz. Es liegt zwar mitten in Deutschland aber in einer dünn besiedelten Gegend, die sich noch immer mehr entvölkert, inmitten großer Wälder. Außerdem lag es, im ehemaligen Zonengrenzstreifen, ein halbes Jahrhundert in einem Dornröschenschlaf. Hier passierte nichts mehr. Selbst der geplante Abriss fand nicht mehr statt und der Verfall ging langsam, weil alles solide gebaut war. Im Jahre 2003 fanden wir diesen Ort und begannen mit vorsichtiger Wiedererweckung. Wir sind sehr darauf bedacht, Amalienruh in seiner Eigenart nicht zu verändern, wir wollen es nur langsam wieder aus seinem Schlaf erwecken.Deswegen ist es uns nur recht, dass hier alles unter Denkmalsschutz steht.

Amalienruh war schon immer ein zauberhafter, geradezu mystischer Ort, selbst im schlimmsten Verfallszustand wie ein Märchen. Und es gab hier in den zurückliegenden Jahrhunderten mehrere solche Zeiten, denen dann wieder eine Blüte folgte. So ist wohl das Leben. Ein gepflegter Garten ist schön, aber ein verwilderter kann es auch sein, nur anders. Amalienruh ist der Ausdruck einer untergegangenen Kultur, der Gutskultur, die Jahrtausende Bestand hatte. Dagegen ist die moderne Zeit eine Eintagsfliege.

Wir fügen uns mit wachem Bewusstsein hier ein und genießen den Vorzug hier leben zu dürfen. Man hat keinen Zweifel am Sinn seiner Arbeit und freut sich abends an dem, was man tagsüber geschafft hat. Das Leben gedeiht hier unter den Händen. Kinder wachsen auf, Fohlen und Kälber werden geboren, das Getreide wächst, das Obst reift und die Rosen blühen. Eier von eigenen Hühnern, Brot von eigenem Getreide und wer hat heute noch sein Trinkwasser aus eigenen Quellen. Es ist ein sehr naturverbundenes Leben. Viel Arbeit, aber oft in der Stille und die Termine setzt die Jahreszeit und das Wetter.

Das Leben der Gutsleute in alter Zeit hatte viel mehr Ähnlichkeit mit dem von Ureinwohnern als mit modernen Menschen. Die Natur hier ist weitgehend intakt und wunderschön, seltenste Orchideen findet man hier noch in Menge. Wir machen weite Reittouren und Fahrten mit historischen Kutschen zu Schlossnachbarn, alten Burgen oder einfach schönen Plätzen im Wald und auf Bergen. Am meisten freuen wir uns über Gäste mit Kindern. Kinder sind das Wertvollste was wir haben und haben hier fantastische Möglichkeiten sich zu betätigen. Gerne helfen wir auch bei persönlichen Problemen, speziell wenn es darum geht, das eigene Leben in Richtung auf mehr Natürlichkeit und Wohlbefinden zu ändern. Unsere Gäste können hier ein Leben kennenlernen, was es in der Vielfalt, sonst nicht mehr gibt.